Der Blog von Dirk und Eileen auf Reisen.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Durango


20.9. - 24.9.12

Hi Leute,

das sind unsere letzten Tage in den USA und sie verliefen stressfrei und wenig ereignisreich. Während Judith und Manuel die ersten Tage nutzen konnten, um das Wiedersehen mit ihren amerikanischen Freunden zu feiern und gemütlich den beginnenden Herbst im bunten Colorado zu genießen, kruschteln wir beide im und am Auto, packen unser Koffer, packen sie wieder aus, verteilen Klamotten und Schuhe (rote) und weitere immens wichtige Dinge, die Judith und Manuel zu unserer großen Erleichterung noch in ihre Koffer unterbringen können - dafür können wir gar nicht genug danken! Ihr wisst schon, ihr Zwei, ihr habt was gut bei uns, (und PS, nun sind wir wieder am kämpfen: 12kg weniger erlaubt Condor auf dem Flug nach D, als Frontierairlines hierher...Condor - ich liebe fliegen! ;) 

Der Van ist also ausgeräumt, das For Sale Schild hängt schon seit Tagen drinnen - und nun? Aufmerksame Leser wie ihr seid, erinnert ihr euch sicher an die zwei deutschen Buben, die wir mitten in der Pampa aufgegabelt haben und die wir in Durango bei ihren Freunden abgeliefert haben. Denen, ein junges Pärchen, haben wir geschäftstüchtig wie wir sind, natürlich direkt den Blue Van angeboten. Nach einer kurzen Bedenkzeit zeigen sie tatsächlich Interesse - der Blue Van wird auf Vordermann gebracht und vorgeführt. Ohne Zicken zeigt er sich beim Verkaufsgespräch von seiner besten Seite (wir haben wieder mit Liquidation Service gedroht) und wechselt den Besitzer: Good Bye, Blue Van, wir vermissen Dich! 

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"Nachruf":
Lieber Blue Van,
wir mussten Dich hergeben, denn dort, wo wir jetzt sind, wäre es nicht sicher für Dich. So ist es am Besten, für uns alle, und das neue Pärchen wird sich mit Sicherheit liebevoll um dich kümmern, so wie wir es immer getan haben. Bitte glaube uns, dass trotz der scheinbaren Hektik Deine neuen Fahrer sorgfältig ausgewählt wurden. 
Du warst unser Haus, unser Heim, unsere Zuflucht auf unseren Reisen und wir sind Dir ewig dankbar und werden Dich niemals vergessen.
Wir hoffen, Dir geht es gut und Du erlebst noch viele weitere, spannende Abenteuer. Wir sind untröstlich, Dich zurücklassen zu müssen und vermissen Dich sehr. Und das hast Du für uns getan:

Über 27.000 KM, durch Canada und die USA. Fast 4.000 Liter Benzin hast Du getrunken. Prost.

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Durango selbst ist eine Kleinstadt im Südwesten Colorados, am Fuße der Rocky Mountains. Die Stadt ist sehr schön, mit vielen kleinen und individuellen Läden (zB Joeys Fahrradladen), Kneipen und Kunst. Biken und Wintersport wird hier ganz groß geschrieben. Wir vermuten, dass es hier mehr Fahrräder als Autos gibt und auf jeden Einwohner mindestens 2 Räder kommen...total USA untypisch!  

Das Durango-Highlight war natürlich die Hochzeit von Sandhya und Joey, die ganz entspannt auf einer Hütte mit wunderschönem Blick über Durango stattfand - mit hausgemachter Musik und vielem und leckerem vegetarischen Essen.

Am 24.9. werden wir von einem Taxi zum Flughafen gebracht (kein Blue Van mehr da, schnief!) und verabschieden uns von Judith und Manuel, für die es zurück nach D geht. Wir nehmen uns einen Mietwagen und starten Richtung Denver.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Lauter kleine Abenteuer

15.09. - 19.09.2012

Hey Leute!

Wir haben uns eine Weile nicht gemeldet, daher die gute Nachricht zuerst: Uns geht's gut und wir sind offensichtlich noch am Leben! Und weil ihr so treue Leser seid und so viel kommentiert, wollen wir euch natürlich nicht im Dunkeln lassen über unsere Abenteuer.

Las Vegas lassen wir am 15.09. hinter uns und fahren mit Zwischenstopps am Hoover Dam und in Seligman (Route 66) zum Grand Canyon. Hier lassen wir uns zunächst zu viert von den Dimensionen des Canyon beeindrucken, um dann für 2 Tage getrennte Wege zu gehen. Judith und Manuel erkunden die nahegelegene Ortschaft Tusayan und genießen die Ruhe vor uns, wir zwei besorgen und zwei Backcountrypässe, schnallen einmal mehr den großen Rucksack und ab geht's den Grand Canyon runter.
Wir entschließen uns für den etwas anspruchsvolleren, dafür aber weniger bewanderten Hermit Creek Trail, da es für die beiden anderen, beliebteren sowieso keine Pässe mehr gibt.
Frühmorgens um 6:45 Uhr wandern wir am 17.9. los, die ersten 10 von 15 km liegen noch angenehm im Schatten und lassen sich einigermaßen angenehm bewältigen. Aber dann holt uns die Vormittagssonne ein und die letzten Kilometer ziehen sich in der Sonne dahin, bis wir um 12 Uhr den Campingplatz Hermit Creek erreichen. Nach einer kurzen Pause und Zeltaufbau wandern wir mit leichtem Gepäck weiter zum Colorado River. Diese 2,5 km haben es in sich, da in der Sonne und über Stock und Stein im Bachbett, immer wieder müssen wir den Wanderweg suchen. Der Colorado River ist an dieser Stelle leider zu schnell zum baden (Hermit Rapids...), wir machen uns daher in der Creek, der kleinen Quelle in der Nähe etwas frisch, bevor wir zurück zum Campground gehen.
Die Nacht beginnt um 19 Uhr, bald ist es stockdunkel und wir haben einen herrlichen Sternenhimmel. Da wir uns die Plane vom Zelt sparen und nur mit Moskitonetz geschützt vor der Natur sind, können wir von unserem Nachtlager aus den Nachthimmel auch richtig schön genießen.
Irgendwann ist auch die schönste Nacht zu Ende, in unserem Fall eher früher als später: Um 4:45 Uhr klingelt der Wecker und wir machen uns mit der ersten Dämmerung um 5:45 Uhr an den Aufstieg.
Der gestaltet sich einfacher als gedacht, 2/3 der Strecke bis Santa Maria Spring liegen im Schatten und lassen sich sogar leichter bewältigen als der Abstieg. Das letzte Drittel liegt wieder in der Sonne, 500 Höhenmeter auf 3,4 km bei über 30 Grad - aber geschafft!
Was sollen wir sagen, es war natürlich überwältigend! Ständig mussten wir stoppen, um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen. Die Stille im Canyon bei Nacht ist umwerfend, ebenso die Tier- und Pflanzenwelt. Wir sind außerdem zu Gesteinfans geworden, was es da für bunte Steine gibt, rot, gelb, blau, grün, glitzernd, matt...Wir sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen!

Wieder oben angekommen machen wir uns etwas frisch, sammeln Judith und Manuel ein und fahren noch ein Stück weiter Richtung Osten. Es ist überraschend schwer ein Hotel oder Motel zu finden, es ist alles ausgebucht. Außer einem versalzenen Cheeseburger in Tuba City gibt es hier nicht für uns, auch in Kayenta sieht es mau aus.
Wir beschließen daher, zu viert im Van zu übernachten: Judith und Eileen im Bett, Dirk auf dem Boden und Manuel vorne auf dem Beifahrersitz. Drei Mal dürft ihr raten, wer am Besten und wer am Schlechtesten geschlafen hat ;)

Am nächsten Morgen machen wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück an unsere letzte Etappe und nach Durango. Wir fahren im Konvoi mit zwei Buben aus D, die wir am Vorabend kennengelernt haben und deren Ziel ebenfalls Durango ist. Da deren Auto nicht mehr ganz gesund ist, fahren wir sicherheitshalber zusammen.
Schon nach wenigen Metern schalten die Zwei den Warnblinker ein, Panne Nummer Eins. Die Handbremse geht nicht mehr auf, aber Manuel kann helfen. Weiter geht's, doch schon ein paar Meilen später erfolgt Panne Zwei, Differential kaputt. Die Kardanwelle dreht, die Räder nicht. Hier kann auch Manuel nicht mehr helfen, aber vielleicht die Indianer, die zufällig vorbeikommen: Sie beschließen, das Auto für $100 zu kaufen, und es zu ihrem Hof abzuschleppen, wo die Geldübergabe schließlich stattfinden soll. Auf dem Weg dorthin platzt der linke Hinterreifen, da die Antriebswelle rausgewandert ist und der Reifen gestreift hat. Die Indianer lachen sich den Arsch ab, und damit wir bald weiterkommen, schenken die Buben das Auto einfach her.
Weiter geht's zu Sechst im Van nach Durango, durch das Monument Valley. Hier muss unser Blue Van noch mal richtig ran, denn es ist heiß und hügelig. Wie bisher meistert der Blue Van auch diese Herausforderung problemlos.
Die Buben setzen wir bei ihren Freunden in Durango ab, die eigentlich geplant hatten, ihnen das Auto abzukaufen. Hm, da könnte sich was entwickeln...
Wir überraschen anschließend Judith und Manuels Freunde, die eigentlich erst einen Tag später mit uns gerechnet haben. Die Freude ist groß, wir machen uns auf ins Hostel, um uns von der langen Reise zu erholen.
Wetter: heiß, heiß, heiß, Sonne, Sonne, Sonne



Montag, 24. September 2012

What happens in Vegas...

...ends up in Facebook and everybody will know about it! True story!
Da erzählen wir Euch lieber gleich, was wir erlebt haben.

13.9.-14.9.12

In Las Vegas ist alles  bunt, laut und blinkt. 
Wir stehen auf und heute sind wir luxusmäßig unterwegs und mieten uns einen Mittelklassewagen mit Klimaanlage. Wird auch benötigt, denn heute geht's ins Death Valley! Hier ist es heiß und trocken, wie man sich denken kann, aber wir haben ja unsere Klimaanlage :) 
Das Death Valley fasziniert uns total, die vielen Gesteinsschichten, der Devils Golf Course mit seinen Stein- und Salzzacken, die Dunes (in denen übrigens Star Wars gedreht wurde) und natürlich unter anderem der tiefste Punkt der USA, 80 Meter unter NN. Der kleine Salzwasserbach ist ausgetrocknet, also gibt es auch keine Fische zu bewundern. Die Temperatur lässt auch gegen Abend kaum nach und wir fahren zurück nach Las Vegas ins Motel, wo wir erschöpft vom Tag und den Eindrücken ins Bett fallen.
Am nächsten Tag stehen wir früh auf, um den Mietwagen zurückzubringen. Anschließend wandern wir zu viert in Las Vegas umher, von Hotel zu Hotel, von Lobby zu Lobby. Der Wechsel von heiß zu kalt zu heiß zu kalt wird besonders von Eileen nicht besonders gut vertragen und viele Pausen sind ein Muss. Die Hotels kennt man ja aus dem Fernsehen, das Bellagio, Klein Venedig, Caesars...
Wir kaufen uns Tickets für die Ultimate Variety Show, keine besonders große, dafür klassisch, witzig und vielfältig. Wir lachen und staunen viel, über die Zaubererin, die Akrobaten, den Stimmenimitator, den Comedian und den Jongleur (faster Wally, faster!) und gehen mit einem Grinsen im Gesicht zurück ins Motel.

Insgesamt kam Las Vegas bei uns nicht so gut an. Klar, die Hotels sind beeindruckend, aber es ist eben alles nur Fake. Außerdem ist es überteuert, zu heiß, zu bunt, zu laut, zu grell...irgendwie alles übertrieben. Nachdem wir soviel in der Natur unterwegs waren, stehen wir Städten nun wohl skeptisch gegenüber. ;)
heiß ohne Ende

Joshua Tree Park

12.09.12 Mi
Nachdem wir gestern noch das "For Sale" Schild in den Van gehangen haben, werden wir heute vor dem Motel auch gleich angesprochen. Wirklich ernst meint es der Typ wohl nicht..... Wir laden all unsere Sachen ein und machen uns auf den Weg Richtung Joshua Tree Park. Anfangs noch nicht so spektakulär, tauchen nach und nach immer mehr dieser Joshua Trees auf und die Stein- und Felsformationen werden beeindruckender. An manchen Stellen halten wir an zum Fototermin, um etwas in den Felsen herumzuklettern oder um nach Echsen, Skorpionen oder Klapperschlangen Ausschau zu halten (Manuel). Auf der anderen Seite des Parks biegen wir nach Osten auf die 62 ab, anschließend nach Norden, geht es auf kleineren Strassen durch das Mojave National Preserve. Salzgewinnung durch Verdunstungsbecken, ein Vulkankrater und ein kleines Stück der berühmten "Route 66" liegen auf unserem Weg. Auch der BlueVan kommt hier an seine Temperaturgrenze. Die extreme Aussentemperatur und das ständig leicht ansteigende Gelände tun ihm einfach nicht gut. Auf der 15 erreichen wir mit einsetzender Dunkelheit Las Vegas. Unser Motel befindet sich in der Parallelstraße zum "Strip" und nachdem wir eingecheckt haben, schauen wir uns da auch gleich noch um. Etwas zu essen (teuer, Pizza ok, Burger nicht gut), gab es bei Caesars Palace, beim Bellagio schauen wir uns die Wassershow an. Totmüde kommen wir ins Motel, die vielen Kilometer und die extreme Hitze haben ganz schön Energie gekostet.
Wetter: nur Sonne, extrem warm. ca.465km