Der Blog von Dirk und Eileen auf Reisen.

Samstag, 4. August 2012

Plattfuss am Pazifik


03.08.12 Fr. 
Gut geschlafen, den Wecker auf 5.45Uhr gestellt um einen schönen Sonnenaufgang zu erleben, leider ist es etwas nebelig also drehen wir uns um und schlafen weiter. Heute werden wir für die Schotterpiste vom Vortag belohnt und bestraft. Nachdem wir aus den Federn gekrochen sind, steht auch recht bald der Campingplatzwaerter (Bill) zum Smalltalk bereit und er eröffnet uns, dass unser vorderer rechter Reifen platt ist (bestraft). Wir beschliessen, uns der Sache nach dem Fruehstueck anzunehmen. Schon nach zwei Bissen vom Wurstbrot ist die Ruhe abermals gestört, recht nah an der Küste schwimmen mehrere Orkas vorbei (belohnt). Mit Foto bewaffnet stürmen wir zum Strand. Es ist unueberhoerbar, wenn die Tiere ihre Atemluft ausstossen, die Wirkung des Szenarios wird auch dadurch verstärkt, dass es windstill ist und keiner der anwesenden Personen auch nur ein Wort sagt. Diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen ist schon was Beeindruckendes. 
Nachdem wir fertig gefruehstueckt haben, beginnen wir mit Bills Unterstützung uns an den Plattfuss zu machen. Bill und seine Frau wohnen schon seit 30 Jahren hier und er hat schon eine Menge platter Reifen repariert. Mit Hilfe von drei Propfen aus dem Canadian Tire Reparatur Set ist der Reifen beim zweiten Anlauf dicht. Wir zeigen uns dankbar, denn den CAA (ADAC) zu rufen oder mit dem Reifen in die nächste Zivilisation zu kommen, wäre weit aufwendiger gewesen. Vor dem Mitagessen schnappen wir unsere Campingstühle und setzen uns eine Weile ans Meer, um den Lachsen beim Springen zuzuschauen. Anschliessend machen wir uns auf den gestern angestrebten Kuestenabschnitt zu erreichen, werden jedoch von unserem Gewissen schon nach kurzer Zeit zum umdrehen genötigt, das Schild "Eintritt verboten" ist nicht zu übersehen. Andere Camper machen uns auf den nahegelegenen Wasserfall aufmerksam und wir beschliessen dorthin zu wandern. Nachdem alles zusammengepackt ist, signieren wir das Gästebuch (falls Ihr mal hin kommt) und machen uns wieder auf den Weg. 
Diesmal überstehen die Reifen die 25km lange Schotterpiste und wir sind froh, den High Way 19 zu erreichen. Etliche Kilometer später biegen wir ab Richtung Beaver und Telegraph Cove und schlagen auf dem Weg dorthin unser Nachtlager auf. 
Wetter: nur Sonne, kurze Hosen. ca.135km

Auf Schotterpisten im Niemandsland

02.08.12 Do. 
Gut geschlafen, kein Verkehr. In Campbell River besuchen wir den Discovery Pier, hier können zur rechten Zeit Angler an einem von über 300 Angelhaltern ihr Sportgerät ablegen. Während unseres Besuches sind zwei belegt ;o) 
Wir biegen ab in den Elk Provincial Park und machen eine kleine Wanderung steil bergauf am Wasserkraftwerk vorbei zu den Moose Falls, Deer Falls und Elk Falls (Wasserfälle). 
Zurück in Campbell River kaufen wir Lebensmittel und tanken, denn hinter Campbell River fängt die Wildnis an. Schneebedeckte Bergspitzen und wunderschöne Wälder werden durch den Kahlschlag der Holzindustrie an manchen Stellen unterbrochen. Unsere nächsten kurzen Stops sind Sayward (hier in der Bucht werden von der Holzindustrie Baumstämme gebündelt und für die Reise im Meer prepariert) und Kelsey Bay (die Überreste ehemaliger Kriegsschiffe sind hier als Wellenbrecher im Einsatz). 
Bei der Einfahrt vom High Way 19 auf eine Schotterpiste (um an eine besondere Stelle am Meer zu gelangen, vorher im Internet ausbaldovert) kommt uns ein Holztransporter entgegen. Wir unterhalten uns mit dem Fahrer, der uns erzählt, es gäbe mehrere Campingplätze am Ende der Strasse direkt am Meer. Wir verfolgen erstmal unser Ziel und fahren die ausgekundschaftete Route, bis bei Kilometer 30 die Strecke unpassierbar wird. Uns bleibt nichts anderes übrig als umzudrehen und wir versuchen, den vom Trucker beschriebenen Weg zu finden. Nach ca. 65km auf keiner normalen Landkarte verzeichneten Schotterpisten sind wir am Ziel, dem Meer. Es ist bereits dunkel hier an an der Johnstone Strait, aber der Campingplatz (es gibt ihn wirklich!) ist nicht zu verfehlen und das Beste, er ist umsonst (warum wissen wir immer noch nicht genau). Wir gehen noch runter zum Wasser bevor wir uns schlafen legen. 
Wetter: sonnig, sehr warm, erst abends kühler Wind. ca.235km 

Freitag, 3. August 2012

Riverotter?

01.08.12 Mi. 
Ruhige Nacht, gut geschlafen. Weiter geht es zum zum Qualicum Beach. Auf einer Bank am Meer geniessen wir die Sonne und fruehstuecken Cornflakes. 100 Meter rechts von uns rennt ein Tier ins Wasser und vergnuegt sich im Nass (angeblich ein River-Otter wird uns spaeter gesagt). Wir werden wegen unseres Vans angesprochen und machen etwas Smalltalk. 
Mit neuen guten Tips gehts zum Comox Lake, hier wandern wir durch urwald-aehnliches Gelaende mit Farn und moosbewachsenen Baeumen den Puntledge River entlang zu den Nymph Falls, ca.15km. Weiter geht es auf dem HighWay 19a, denn von diesem hat man eine schoenere Aussicht auf den Ozean als vom 19er. 
Der Seal Bay Nature Park ist etwas enttaeuschend, da zur Zeit bei Hochwasser keine Seals hier sind. Am Strand treffen wir ein Paar und machen auch hier wieder Smalltalk. 
Mit noch mehr Info im Gepaeck versuchen wir unser Seal Glueck auf einem Rasplatz am Meer, aber anstatt Seals zu sehen, gibt es hier nur Kuskus mit Tomate zu essen. 
Wir fahren noch einige Kilometer zu unserem Nachtlager. 
Wetter: mal sonnig, mal bewoelkt, den ganzen Tag kurze Hosen. ca.150km

Mittwoch, 1. August 2012

Erste Schritte auf Vancouver Island


31.07.12 Di. 
In Duncan steuern wir die Tourist Info an. Ein aelterer Herr gibt uns richtig gute Tips, Landkarten und Infomaterial. Die Ortschaft ist bekannt fuer die vielen im Stadtgebiet aufgestellten Totempfaehle, ein Rundweg ist auf dem Boden markiert. Nachdem wir eine Runde gelaufen sind und alle Pfaehle abfotorgrafiert wurden, kommen wir zum eigentlichen Startpunkt (wir haben 100m spaeter angefangen) und treffen dort auf Joe. Joe macht Fuehrungen und kann sowohl zu jedem Pfahl, als auch zur allgemeinen Geschichte einiges erzaehlen, also die ganze Runde nochmal, jetzt aber mit interessanten Infos ;o) 
In Chemainus bewundern wir bei eimen Spaziergang durch das Dorf die schoenen Wandmalereien. Manche Motive geben Auskunft ueber ehemalige Bewohner der Haeuser, andere sind einfach nur schoen anzuschauen. 
Um uns eine Pause vom stressigen Tourileben und der Nachmittagshitze zu geben, fahren wir an einen Park am Nanaimo River und doesen etwas im Schatten der Baeume. Am fruehen Abend treffen wir in der Hafenstadt Nanaimo ein und und drehen auch hier eine Runde. Im Hafen selbst liegen verschiedenste Boote, von kleinen Rudernussschalen ueber grosse Luxusjachten bis hin zu Fischfangschiffen ala "Fang des Lebens". An einem Steg der etwas weiter ins Meer reicht, treffen sich Jung und Alt aller Nationen um mit ihren Korbfallen (da sind ganz schoen ausgekluegelte Systeme dabei: zusammenklappen, ins Wasser werfen, absinken, sich selbst aufklappen) Krabben zu fangen. Wenn eine Krabbe noch nicht gross genug ist, darf sie zurueck ins Meer, auch der tellergrosse Seestern wurde umgehend zurueck befoerdert. 
Hier in Nanaimo faellt uns zum ersten Mal auf, dass die Uhren auf der Insel anders ticken: langsamer. Die Atmosphaere ist ruhig und gemuetlich, unheimlich entspannend. Hier kann man so richtig durchatmen.
Wir fahren weiter, um an einem Rastplatz unser Abendessen zu geniessen und die weitere Route zu planen. Die Planung nimmt mehr Zeit in Anspruch als gedacht und wir beschliessen die Nacht hier zu verbringen. Erst als wir bereits bettfertig sind, entdecken wir das Schild "no overnight parking" (ueber Nacht parken verboten) und quaelen uns nochmal aus dem Bett, um nachts nicht von der Polizei geweckt zu werden. 
Einen Stellplatz finden wir ein paar Kilometer weiter an einem Flugplatz (Groesse wie Oos) bei den Dauerparkern
Wetter: nur Sonne, warm bis heiss ca.120km